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Projekte

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Das Ziel

Regenwaldschutz durch gezielte Nutzung – so lässt sich das wichtigste Projektziel auf den Punkt bringen. Faire Preise und eine langfristige Abnahmesicherheit bescheren den Bauern höhere Einkommen – und wecken ihr Interesse, ihre Einkommensquelle, den Regenwald mit seinen Wildkaffeebeständen, auf Dauer zu schützen.

Um die nachhaltige Entwicklung der Region langfristig zu sichern, ist in der Region Kaffa das erste Biosphärenreservat des Landes geschaffen worden. Es umfasst elf streng geschützte Wald-Kernzonen (ca. 41.400 ha) (zzgl. weitere 219.400 ha, die noch als Kernzonen ausgewiesen werden sollen), eine Pflegezone als Übergang (ca. 161.400 ha) sowie einer Entwicklungszone mit angepasster Nutzung (ca. 337.900 ha). Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung lassen sich so langfristig miteinander vereinen.

Nachhaltigkeit impliziert außerdem, dass die Erzeugung des Kaffees internationalen Qualitätsstandards genügt. Nur so können weitere Absatzmärkte erschlossen werden.

Nicht zuletzt setzt das Projekt am Thema Bevölkerungswachstum an. Denn rasches Bevölkerungswachstum – u.a. Folge von oft ungewollten Schwangerschaften – bremst die Entwicklung und erhöht den Druck auf den Wald und die Wasservorräte.

Der Regenwald

Dank des Wildkaffee-Projekts sind mittlerweile 120 Quadratkilometer Wald unter "partizipatives Wald-Management" (PFM) gestellt. Das bedeutet, dass die Kaffeebauern weiterhin Kaffeekirschen im Wald pflücken dürfen; gleichzeitig haben sie sich zu Schutz und Bewahrung des Waldes verpflichtet. Das heißt u.a., dass die Ausdehnung von Ackerflächen verhindert wird.

Dieser Schutz bzw. die nachhaltige Nutzung liegen im ureigenen Interesse der Bauern – schließlich sind der Wald und seine Produkte ihre Haupteinkommensquelle. Und auch der Rest der Welt profitiert vom Schutz des äthiopischen Regenwaldes. Zum einen angesichts seines Beitrags zum globalen Klima; zum anderen, weil der nur hier wild wachsende Coffea Arabica eine genetische Ressource von unschätzbarem Wert darstellt.

Über mehrere Jahre ist die Einrichtung eines Biosphärenreservats vorbereitet worden. Der NABU hat Flora und Fauna erfasst, Karten angefertigt und in enger Abstimmung mit den Bewohnern Pläne für mögliche Kern- und Randzonen und für das Management erarbeitet. Mit der Aufnahme Kaffas in das Weltnetz der Biosphärenreservate hat die UNESCO dieses Engagement im Juni 2010 geadelt. Ein bahnbrechender Erfolg für den Naturschutz in Afrika, denn Äthiopien ist jetzt erstmals in diesem Verbund vertreten!

Die Menschen

Inzwischen gehören rund 6.000 Haushalte einer von 27 Kooperativen an, die sich ihrerseits zur Kafa Farmers' Union zusammengeschlossen haben.

Die Kooperativen organisieren die Aufbereitung der Bohnen und garantieren ihren Mitgliedern ein geregeltes Einkommen. Dies ermöglicht den Bauern, ihre Kinder zur Schule zu schicken und Güter zu kaufen, die sie nicht selbst produzieren. Somit stellt der Wildkaffee für über 50.000 Menschen die wichtigste Einkommensquelle dar.

Auf dem lokalen Markt verkaufen die Bauern zusätzlich Gewürze, Honig und andere „Non-Timber Products“. Um das Einkommen der Bauern weiter zu verbessern und zu diversifizieren, ist mittelfristig auch der Export von Kardamom, Waldhonig, Piper longum (Langer Pfeffer) u.a. geplant.

Fair handeln

Seit Generationen sammeln die Menschen in der Region Kaffa den Wildkaffee – lange Zeit aber fast ausschließlich für den eigenen Verbrauch. Dies änderte sich erst mit dem Start unseres gemeinsamen Projekts privater und staatlicher Partner und dem Export des allerersten Containers Wildkaffee im Jahre 2003.

Seit der Ernte 2006/07 trägt der wild gesammelte Kaffa-Kaffee nicht nur das Biosiegel, sondern auch das von neutraler Stelle überwachte Zertifikat für soziale Nachhaltigkeit und fairen Handel. Dies impliziert u.a., dass Original Food der Kafa Farmers Union regelmäßig Preise weit über dem Weltmarktniveau bezahlt – in manchen Jahre fast das Doppelte.

Das Biosphärenreservat schafft zukunfts-weisende Perspektiven für die Region. Ökotourismus in die Urheimat des Kaffees und die Vermarktung regionaler Produkte wie Waldhonig oder wilder Kardamom unter eigenem Label sollen die Einkommensquellen der lokalen Bevölkerung weiter diversifizieren.

Das Biosphärenreservat

Weltweit gibt es 564 UNESCO-Biosphärenreservate in 109 Ländern – und seit Juni 2010 ist auch Äthiopien zum ersten Mal in diesem Verbund vertreten: ein bahnbrechender Erfolg für den Naturschutz in Afrika!

Neben Kaffa wurde auch die Region Yayu als Biosphärenreservat anerkannt. Beide Gebiete liegen im tropischen Hochgebirge Ostafrikas und zählen zu einem von weltweit 34 Hotspots biologischer Vielfalt. Allein in der Region Kaffa mit einer Fläche von rund 760.000 Hektar gibt es mehr als 244 Pflanzen- und 294 Tierarten. Eine besondere Bedeutung kommt dabei natürlich den weltweit einzigartigen Wildkaffeebeständen zu.

Mit der Einrichtung von Biosphären-reservaten möchte die UNESCO zeigen, dass der Schutz von Ökosystemen und biologischer Diversität Hand in Hand gehen kann mit wirtschaftlichem Erfolg und gesell-schaftlichem Zusammenhalt. Biosphärenreservate haben also Modellcharakter und sollen demonstrieren, dass und wie es möglich ist, nachhaltig und umweltgerecht zu leben und zu wirtschaften.

Im Falle Kaffas heißt das konkret: Die Bevölkerung darf und soll weiterhin vom Sammeln des Wildkaffees und anderer Waldprodukte wie Gewürzen und Honig leben; gleichzeitig hat sie sich in Waldnutzungsplänen verpflichtet, die Abholzung einzuschränken und im Wald keine neuen Ackerflächen anzulegen.

Für die Zukunft ist neben der Vermarktung des wilden Coffea Arabicas die Entwicklung weiterer Produkte wie Honig und Tee aus Kaffa geplant. Außerdem gibt es erste Konzepte, den Öko-Tourismus zu den Hotspots der Biodiversität und in die Urheimat des Kaffees zu fördern.

Projekterfolge

Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung wurden Nutzungsrechte und -praktiken im Bonga Forest vereinbart, Waldmanagementpläne erstellt und ein verantwortliches Wald-Komitee gewählt.

Seit der Ernte 2006/07 ist der Wildkaffee bio- und fairtrade-zertifiziert, zudem wurden gemeinsam mit den Kaffeebauern Maßnahmen zur Verbesserung der Ernte- und Verarbeitungsprozesse entwickelt. Dadurch können die Bauern für den Kaffee einen wesentlich höheren Erzeugerpreis erzielen.

Rund 50.000 Menschen in der Region Kaffa profitieren heute direkt oder indirekt von dem Projekt. Dank der Einrichtung des UNESCO-Biosphärenreservats könnte sich diese Zahl der Nutznießer auf 300.000 erhöhen. Denn dieses bietet nicht nur den stark bedrohten Regenwäldern Schutz, sondern schafft Zukunftsperspektiven für eine sanfte Entwicklung der Region.

Ein Programm zur Gesundheitsversorgung und Familienplanung verbessert die Lebenssituation der Menschen. Jugendklubs verbreiten in der Region Kaffa Informationen über Familienplanung und Aids, Geburts-helferinnen und  Berater für Familienplanung stehen mit Rat und Tat zur Verfügung. Ihre Arbeit hat das Bewusstsein der Bevölkerung für Risiken wie Aids geschärft und ihr Verständnis für den engen Zusammenhang zwischen Familienplanung, Bevölkerungs-wachstum und Entwicklung deutlich vertieft.

Diese Erfolge sollen ausgebaut werden. Während die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) an Schulen Aufklärung betreiben und sich stärker auf die Bedürfnisse von Mädchen konzentrieren will, möchte der NABU das gut funktionierende Konzept auf die Umweltbildung ausdehnen.

Zur Zeit konzentrieren sich die Aktivitäten von Original Food auf die letzten Bergregenwälder Äthiopiens, die Regenwaldgebiete am Rio Napo in Ecuador und auf die Naturschutzgebiete am Himalaya.

 

Das Projekt in Ecuador

 

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Das 2006 von "GEO schützt den Regenwald e.V." initiierte Projekt fördert die Ernte und Verarbeitung einer edlen Kakaospezialität im ecuadorianischen Amazonas-Tiefland und hilft dadurch der örtlichen Bevölkerung, ihr Einkommen zu sichern und den Wald zu bewahren.

Nur in Ecuador wächst „Cacao Nacional“, einer der erlesensten Aromakakaos der Welt. Er gedeiht an Kakaobäumen, die sich über Jahrhunderte an die Bedingungen des Waldes angepasst haben. Die Kakaosorte mit der besonderen Aroma-Vielfalt wird jedoch zunehmend durch profitablere Züchtungen der Großplantagen verdrängt. Eine Entwicklung, die nicht nur die Existenz der kleinen Kakaobauern, sondern auch den Bestand des Regenwaldes gefährdet.

Zusammen mit seinen Partnern unterstützt "GEO schützt den Regenwald e.V." die Arbeit von „Kallari“, einer Genossenschaft indianischer Kleinbauern der Provinz Napo. Gemeinsames Ziel ist der Erhalt der traditionellen Anbaumethoden, auf deren Grundlage die ansässigen Kakaobauern auch zukünftig ihre Familien ernähren können.

 

Das Projekt in Nepal

 

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Im Dorf Bhujung initiierte „GEO schützt den Regenwald e.V.” 1998 gemeinsam mit der ”Deutschen Stiftung Weltbevölkerung” ein erstes Projekt zum Schutz des nepalesischen Bergwaldes. Seither haben die Frauengruppen von Bhujung mehr als 150.000 Bäume gepflanzt und beziehen dadurch ihr Brennholz mittlerweile aus aufgeforsteten Flächen. Hebammen wurden ausgebildet, Unterricht in Familienplanung organisiert und ein Kreditsystem für Kleinstunternehmer aufgebaut.

 

Bis heute hat „GEO schützt den Regenwald e.V.” zahlreiche weitere Projekte in Nepal realisiert. Einer der GEO-Partner vor Ort ist die nepalesische Umweltinitiative „Annapurna Conservation Area Project”, die das größte Naturschutzgebiet Nepals rund um das bis zu 8091 Meter hohe Annapurna-Massiv betreut.

 

In dem Naturschutzgebiet liegt auch das rund 2000 Meter ü.d.M. gelegene Anbaugebiet der kleinen Ortschaft Lwang, aus dem unser Schwarzer Tee stammt.

Das Projekt in Äthiopien

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